MIETWAGEN   DATENSCHUTZ   IMPRESSUM   SONNTAG, 25. JUNI 2017
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MALLORCA ERFAHREN
35.000 Mietwagen warten auf Kundschaft
Die Besorgnis der Öffentlichkeit über die zunehmende Verkehrsdichte vor allem in und um Palma führte bereits zur Identifizierung der über 35.000 Mietwagen als schuldige Mittäter. Tatsächlich werden Verkehrsprobleme aber höchstens mal punktuell von Touristen in ihren Mietautos verursacht. Denn auf Mallorca sind sage und schreibe über 630.000 Fahrzeuge zugelassen, mehr als die Insel Einwohner zählt. Die knapp 6 % Mietwagen spielen also keine große Rolle – zumal meistens ein hoher Anteil der Autos in Mietwagenflotten ungenutzt herum stehen.
Auf Mallorca selber fahren?
Mancher mag angesichts der temperamentvolleren Fahrweise der Mallorquiner, einer wenig erfreulichen Unfallstatistik und fehlender Ortskenntnis vielleicht Bedenken haben, sich auf Mallorca ans Steuer zu setzen. Alles in allem aber ist Autofahren dort unproblematisch; zu den Hauptverkehrszeiten muss man ja nicht unbedingt mitten durch Palma. Die Verkehrsregeln entsprechen den heute europaweiten Normen, ein Umdenken ist also nicht erforderlich. Die wenigen andersartigen Zeichen versteht man leicht. Eine klare Wegweisung ist heute im Gegensatz zu früheren Jahren selbst in den verschlafenen Städtchen des Hinterlandes unübersehbar vorhanden und läßt nur auf wenigen Nebenstrecken noch zu wünschen übrig.
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Autotypen
In den Hotellobbies und an jeder Ecke stößt man auf Mallorca auf die Angebote der Autoverleiher, die vom Seat Marbella bis zum Rolls Royce alles vermieten, was sich der Kunde wünschen mag. Das Angebot konzentriert sich in Anbetracht der vielen engen, kurvenreichen Strecken und der Parkproblematik in Palma und vielen Ortszentren auf wendige Kleinwagen. Für Fahrten ins Gebirge und auf Nebenstraßen ist von größeren Wagen als solchen der Ford Escort-Klasse auch eher abzuraten. Solange man nicht vier Erwachsene unterbringen muss, und selbst dann, wird man sich auf vielen Routen im Renault Twingo, Opel Corsa, VW-Polo, Seat Arosa (=VW-Lupo), Ford Ka etc. am wohlsten fühlen.
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Zustand der Fahrzeuge
Die starke Konkurrenzsituation hat dafür gesorgt, dass selbst sehr preisgünstige Verleiher heute tadellose, selten mehr als zwei Jahre alte, teils nagelneue Wagen anbieten. Ältere Fahrzeuge, die es auch noch gibt, sollte man daher nicht in Betracht ziehen.
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Autos mit Sonnendach / Cabriolets
Die idealen Autos für Mallorca sind ohne Zweifel die Typen mit großen Sonnendächern (verfügbar bei Twingo, Corsa und Polo). Offen fahrend fühlt man sich fast wie im Cabriolet, und man kann sie rasch halb oder ganz schließen, wenn es kühler, regnerisch oder in der Sonne zu heiß wird. Dabei kosten sie nicht oder nur unwesentlich mehr als identische, geschlossene Typen. Für Cabrios oder offene Suzuki Jeeps bezahlt man das Doppelte und mehr.
Kosten
Vor Abschluß eines Auto-Mietvertrages sollte man unbedingt die Tarife mehrerer Firmen vergleichen. Die Unterschiede sind auf der Basisliste oft nicht groß, aber es kommt auf die Gesamtkosten inklusive Vollkaskoschutz und Steuern an. Zusätzlich kann die Höhe der Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens ein wichtiger Aspekt sein. Am besten sind Verträge, die gar keine Selbstbeteiligung vorsehen. Dazu sind zwar viele, aber nicht alle Vermieter übergegangen. Das günstigste Angebot ist nur dann das beste, wenn Alter und Zustand der Wagen vergleichbar sind. Wie gesagt, überwiegen heute Neufahrzeuge. Ältere Autos mit etlichen Kilometern auf dem Tacho sind meist nur unwesentlich billiger und daher meist kein gutes Geschäft für den Kunden. Für einen Kleinwagen der Typen Twingo/Ka/Polo/Corsa etc. kann bei Ausleihe für 1-3 Tage ein Basispreis von bis zu € 18/Tag von Mitte Mai bis einschließlich September als ein noch akzeptabler Tarif angesehen werden. Unbegrenzte Kilometer sind auf Mallorca grundsätzlich üblich. Als Faustregel kann man ansetzen, dass der volle Haftungsausschluß oder eine Selbstbeteiligung von € 60 ab € 7,50 zu haben ist.
Ein Kleinwagen kostet dann:
  € 20,00  Tagesmiete bei unbegrenzten Kilometern
+  € 7,50  Vollkaskoversicherung
+  € 4,00  16% MWSt. auf die Summe beider Beträge
=  € 33,34  Gesamtkosten/Tag ohne Benzin
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Rabatte
Kleine Rabatte auf den Basistarif gibt es bei einer Miete ab 3-5 Tagen hintereinander. Ab sechs oder sieben Tagen, mehr noch ab zwei Wochen werden die Reduktionen substantiell. Die Tageskosten reduzieren sich dann auf € 12 bis € 15. Für eine Woche Mietzeit einschließlich Vollkasko bei minimaler/keiner Resthaftung und MWSt. muss für einen Kleinwagen also nur noch mit Kosten um € 150 gerechnet werden.
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Inklusiv-Tarife
Viele Firmen bieten mittlerweile auch »Alles-Inklusiv-Tarife«, die Versicherung und MWSt. bereits beinhalten. Für einzelne Tage sind für die Kleinwagenklasse € 18/Tag, ab 3 Tagen € 24/ Tag und ab einer Woche € 150 gute Werte. Je nach Konkurrenzsituation und Nachfrage können diese Zahlen stark schwanken, um so wichtiger ist der Vergleich vor Ort. Dabei ist auch ein Blick ins aktuelle »Mallorca Magazin« recht hilfreich. Lokale wie flughafennahe Anbieter inserieren darin regelmäßig.
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Deckungssumme der Haftpflicht
Ein Punkt, der vielleicht zu Besorgnis Anlaß gibt, ist die Frage der Deckungssumme bei der Haftpflichtversicherung. Im Kleingedruckten der Verträge findet man dazu im allgemeinen nur vage Angaben. Tatsächlich war es früher in Spanien so, dass man bei vielen Mietfahrzeugen nur mit relativ niedrigen gesetzlichen Mindestdeckungen abgesichert war, daher auch die Bezeichnung Mallorca-Police für entsprechende Zusatzklauseln in heimischen Verträgen. Denn ein schwerer Unfall mit Personenschaden konnte die maximale Summe leicht übersteigen. Heute gilt zumindest bei Personenschäden keine Limitierung mehr. Allerdings gab es in jüngster Vergangenheit Fälle, in denen sich herausstellte, dass der Vermieter seine Prämien nicht gezahlt und die Deckung verloren hatte. Wieso diese dann nicht gehindert wurden, weiter ihre Autos zu vermieten, blieb ungeklärt.
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Zusatz-Haftpflicht
Wie dem auch sein mag: Um allen Eventualitäten vorzubeugen, kann man sich vor der Reise eine (preiswerte) Zusatzhaftpflicht kaufen (in jedem Reisebüro), die einspringt, wenn die Deckung wider Erwarten nicht ausreicht. Automatisch abgesichert für diesen Fall (in der Regel bis maximal 1 Mio. Euro) sind die Inhaber einiger Gold-Kreditkarten, sofern sie die Miete per Karte zahlen und dies im Vertrag vermerkt ist. Ebenfalls keine diesbezüglichen Sorgen zu machen brauchen sich in Deutschland versicherte Autofahrer mit Verträgen, die eine Sonderklausel beinhaltet (Mallorca Police, heißt wirklich so!). Diese besagt, dass der Versicherte im Rahmen einer zeitlich begrenzten Automiete im europäischen Ausland versicherungstechnisch wie in Deutschland gestellt wird, sollte die vor Ort "mitgelieferte" Deckung des Mietwagens nicht ausreichen. Einige Versicherer begrenzen die Auslandsdeckung auf 1 Mio. Euro, andere bieten sie gar nicht erst an.
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Tarife außerhalb der Saison
Niedrigere Tarife gibt es im Winter (Mitte Oktober bis Mitte März) vor dem Ostergeschäft und danach noch weiter bis Mitte/ Ende Mai je nach lokalen Gegebenheiten. In dieser Zeit sind bei längerer Mietdauer durchaus Wochentarife unter € 120. für gängige Kleinwagen inkl. Nebenkosten realisierbar.
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Verleihfirmen im Flughafenterminal
Avis:
Tel. +34 971 789 187
Betacar / Europcar:
Tel. +34 971 455 200; Fax: +34 971 454 889
Centauro:
Tel. +34 902 104 103; Fax: +34 965 860 076
Europa / Goldcar:
Tel. +34 902 151 524; Fax: +34 902 151 526
Sixt:
Tel. +34 971 746 478; Fax: +34 971 262 963
Hertz:
Tel. +34 971 789 670; Fax: +34 971 847 465
Record:
Tel. +34 964 343 626; Fax: +34 902 123 004
TUI Cars / Ultramar:
Tel. +34 971 434 222; Fax: +34 971 434 654
Verleihfirmen mit Flughafenservice
Viele Mietwagen-Verleihfirmen besitzen kein eigenes Büro im Flughafenterminal. Das muss aber kein Nachteil sein. »Spontananmiete« eines Fahrzeugs direkt nach Ankunft am Flughafen ist bei diesen Firmen zwar nicht möglich, häufig wird aber mit besonderen Sonderpreisen geworben. Man mietet das Fahrzeug bereits bequem von Zuhause per Telefon oder Internet und wird nach der Ankunft auf Mallorca von einem Mitarbeiter der Vermietfirma im Flughafen empfangen. Gemeinsam fährt man entweder zum nahe gelegenen Büro oder übernimmt das Fahrzeug direkt im Flughafen-Parkhaus.
Die Rückgabe der Fahrzeuge erfolgt auf umgekehrtem Weg und ist in der Regel nicht komplizierter, als bei Firmen mit Flughafenbüro.

Tip: Achten Sie darauf, dass die Fahrzeuge nicht älter als ein Jahr sind. Seriöse Firmen schreiben dies schon eindeutig auf ihren Internetseiten oder geben am Telefon bereitwillig Auskunft.

Im Zweifelsfall mieten Sie Ihr Fahrzeug bei einem namhaften Vermieter (unter ihnen befinden sich z.B. die Firmen »Hipercar«, »holidaycars« oder »Sixt«).
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Mietwagen-Broker
In den letzten Jahren sind auf Mallorca die Mietwagen-Broker zahlreicher geworden. Diese Firmen, die meist nur im Internet zu finden sind, besitzen keine eigene Fahrzeugflotte. Vielmehr arbeiten Broker mit den Restkontingenten der großen Verleihfirmen und treten in der Regel nur als Vermittler auf. Oft wird aber mit Tagespreisen gehandelt und die Fahrzeugkontingente sind gerade in der Hauptsaison begrenzt. Vorsicht bei Werbeaussagen wie »Best-Price-Garantie«. Diese Garantie bezieht sich lediglich auf Fahrzeuge im gleichen Mietzeitraum mit gleicher Ausstattung. Die etablierten Vermieter bieten vielfach auch Sonderangebote und sind bei ähnlich ausgestatteten Autos mitunter preiswerter. Vergleichen lohnt sich also trotz »Preisgarantie«.
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Telefonieren im Auto
Wie in den meisten europäischen Ländern ist auch in Spanien das telefonieren am Steuer verboten. Das Bußgeld kann bis € 91 betragen.
Achtung: Sie sog. »Ohrstöpsel« gelten nicht als Freisprecheinrichtung   das Telefonieren mit diesem Hilfsmittel ist ebenfalls verboten! (mab)
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Papiere / Credit Card
Man beachte, dass bei allen Vermietern entweder eine Kaution hinterlegt oder ein Kreditkarte vorgewiesen werden muss. Auch der Personalausweis ist neben dem Führerschein notwendig. Das Mindestalter für Mieter beträgt meist 21 Jahre – zusätzlich wird vorausgesetzt, dass der Mieter länger als ein Jahr einen Füherscheine besitzt. Wie bereits vermerkt: unterwegs reicht es nicht, Kopien beider Papiere dabei zu haben. Die Polizei besteht auf Originaldokumenten.
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Abrechnung / Benzin
Bei den lokal operierenden Vermietern ist Abrechnung im Kalendertag-Rhythmus die Regel und nicht im 24-Stunden-Takt, wie sonst international üblich: d.h., am folgenden Morgen beginnt die neue Tagesmiete, auch wenn das Auto am Vortag erst um 14 Uhr in Empfang genommen wurde. Mit Verhandlungsgeschick läßt sich darüber saisonabhängig und bei mehreren Miettagen hintereinander aber reden. Auch die Benzinabrechnung läuft oft nicht so ganz fair. Das sauberste System ist zweifellos »voller Tank bei Übernahme und Rückgabe«. Sollte der Tank bei der Übernahme nicht voll sein, ist Aufmerksamkeit bei der korrekten Registrierung im Mietvertrag und geschicktes Nachtanken angebracht. »Überschüssiges« Benzin im Tank wird nicht vergütet. Auch nicht, wenn die erste Tankfüllung berechnet wurde, eine verbreitete Übung zu Lasten des Kunden.
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Vorbuchung beim Veranstalter
Ein letztes Wort noch zur Fahrzeugbuchung über den Reiseveranstalter, die in vielen Katalogen gleich mit offeriert wird. Für Mallorca gilt: besser abwarten und Preise vergleichen. Die Gefahr, keinen Wagen zu bekommen, besteht nicht, wohl aber, zuviel zu bezahlen. Fairerweise muss gesagt werden, dass einige Veranstalter gute Angebote machen, andere aber recht teuer sind. Es reicht, erst am Urlaubsziel die örtliche Reiseleitung anzusprechen, sofern sich – nach einem Blick auf die unübersehbaren Preistafeln der lokalen Vermieterkonkurrenz – die Bedingungen des eigenen Veranstalters als günstig herausstellen.
Text: mallorca.de und »Mallorca – Handbuch für den optimalen Urlaub«
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