Vergleicht man die Beschreibungen der Veranstalter in ihren Katalogen mit der Realität vor Ort, lässt sich feststellen, dass die Texte zum jeweiligen Hotel- oder Apartmentangebot im Prinzip klar und fair sind. Einige Firmen verstecken die spanische Stern-Kategorie ein bisschen unauffällig im Beschreibungstext. Ein paar verzichten ganz auf deren Nennung. Dabei erhält ein besseres ***Haus auch schon mal wohlmeinende vier Bewertungspunkte, und spanische vier Sterne werden zum *****Luxus.
Seltener läuft es umgekehrt, wenngleich es auch das gibt.
Trotz der zugestandenen, weitgehend korrekten Beschreibung, die auch negative Umstände nicht verschweigt oder zumindest durch sehr nüchterne Wortwahl andeutet, klaffen Prospekteindruck und Wirklichkeit nicht selten erheblich auseinander.
Und zwar sowohl im positiven als auch im negativen Sinne; freudige Überraschung über das unerwartet gute Drei-Stern-Haus wie auch Ernüchterung über die Mängel eines ****Hotels sind drin.
Ohne eigene Vorerfahrung oder die Empfehlung anderer lässt sich bei ausschließlicher Buchung nach Prospekt bzw. im Internet das Risiko, nicht »das Richtige« zu erwischen, kaum ausschließen.
Die wenigsten Reisebüros können in diesem Punkt ernsthaft helfen: »Buchen unsere Stammkunden immer wieder gerne«, sagt da gar nichts.
Tatsächlich kann auch der/die beste Reisebüromitarbeiter/in nur einen Bruchteil der Häuser, die auf Mallorca und `zig anderen Urlaubszielen zu buchen sind, selbst kennen.
Der Kunde darf froh sein, wenn man im Reisebüro Prospekte und Internetpräsenzen besser interpretiert als er selbst, und daraus passende Vorschläge herausfiltert.
Es ist ganz klar, dass den Reiseunternehmungen viele der aus den Katalogtexten nicht zu entnehmenden Qualitätsunterschiede zwischen mehreren »gleichwertigen« Häusern bekannt sind.
Aber sie können natürlich nicht schreiben: »Dies ist unser bestes ****Haus am Platze und auch nicht teurer als die anderen«, wer wollte dann noch auf die Alternativen ausweichen, wenn die No.1 ausgebucht ist?
In der Umkehrung gilt das auch für die nicht so erfreulichen Unterkünfte: zwangsläufig ist eines von mehreren Hotels einer Qualitätskategorie das schlechteste, wie auch immer die Kriterien gewichtet werden.
Eindeutige Hinweise darauf kann man nicht erwarten. Wichtig zu wissen ist, dass Preisunterschiede innerhalb einer Stern-Kategorie nicht notwendigerweise entsprechende Qualitätsunterschiede signalisieren.
Das preisgünstigere Haus kann durchaus das insgesamt angenehmere sein.
Jede Klarheit geht verloren beim Vergleich der Angebote mehrerer Veranstalter. Bisweilen stößt man auf erstaunliche Differenzen.
Die zu durchschauen ist nicht ganz einfach, denn die Preistabellen mit ihren Nebenbedingungen, Saison- und Sonderregelungen sind alles andere als transparent.
Abschließend sei angemerkt, dass es bei den großen Reiseveranstaltern keine insgesamt teuren oder durch die Bank preiswerteren Anbieter gibt.
Zwar überwiegen in einigen Katalogen die hochwertigeren Angebote und in anderen die preisgünstigeren, aber im Rahmen vergleichbarer Kategorien sind generelle Unterschiede nicht feststellbar.
D.h., Preisdifferenzen gehen nicht zu Lasten oder zugunsten immer derselben Firma.