(Palma de Mallorca, 20.12.2012)
Es ist nicht das erste Mal, dass sich mallorquinische Politiker
neue Abgaben und Gebühren ausdenken, um die Kassen zu füllen. Da die
anhaltende Schuldenkrise (siehe auch
Mallorca-Newsletter Oktober 2012/2) immer größere Löcher reißt, werden die Pläne konkreter. Es soll aber nicht wie bei der »
Ecotasa« (in Deutschland auch als »
Ökosteuer« bekannt), die vor gut 10 Jahren eingeführt und kurze Zeit später wieder eingestellt wurde, in den Urlaubshotels bezahlt werden, sondern schlägt sich in den Nebenkosten nieder.
Eine der geplanten Sonderabgaben soll für Mietwagen anfallen. Diese Gebühr, die auf den Schadstoffausstoß berechnet wird, kann bis zu 3,50 pro Miettag ausmachen. Auch ein vermehrter Wasserverbrauch (etwa auf Golfplätzen, Hotel- oder Finca-Pools, oder bei Bewässerungsanlagen) soll mit Zusatzabgaben belegt werden.
Auch wenn diese Gebühren allesamt einen Umweltaspekt beinhalten, sind sie in vielerlei Hinsicht nicht konsequent. So soll zwar
eine Steuer auf Verpackungen (etwa Plastikflaschen oder Getränkekartons) erhoben werden, ein Pfandsystem ist jedoch nicht geplant.
Mit diesen Abgaben hofft die Balearenregierung auf einen Geldfluss von 50 bis 60 Millionen Euro pro Jahr – vorausgesetzt die Urlauber kommen wie in den Vorjahren auch 2013 wieder zahlreich auf die Insel.
Ähnliche Gebühren wurden in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Protesten auf Mallorca und den Schwesterinseln sowie mit negativen Schlagzeilen (vor allem in Deutschland) begleitet – und in der Folge entweder nicht eingeführt oder schnell wieder eingestellt. Die aktuelle finanzielle Lage lässt der Balearenregierung dieses Mal aber wohl kaum eine andere Wahl.
(mallorca.de, Autor: Marco Bonkowski)
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