Marsmännchen-Route in Palma de Mallorca

Dienstag Abend, 22 Uhr: In Palmas Innenstadt sind die Marsmännchen los. Die Ruta Martiana, ein Wortspiel aus »martes« (Dienstag) und »martiano« (Mars-Bewohner) hat sich zum Erfolg gemausert. Die teilnehmenden Kneipen bieten für 2 Euro einen »pincho« (Häppchen) und »caña« (Bier oder Wein) an. Das zieht vor allem Einheimische in die sonst ausgestorbene abendliche City an der Plaza Mayor und dem angrenzenden Stadtviertel Sa Gerrería. Mittlerweile gehören 25 Kneipen zur Dienstags-Route.

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»Marsmännchen-Route« in Palma de Mallorca

Ruta Martiana in Palma de Mallorca

(Palma de Mallorca, 30.03.2011) (Palma de Mallorca, 30.03.11) Dienstag Abend, 22 Uhr: In Palmas Innenstadt sind die Marsmännchen los. Die Ruta Martiana, ein Wortspiel aus »martes« (Dienstag) und »martiano« (Mars-Bewohner) hat sich zum Erfolg gemausert. Die teilnehmenden Kneipen bieten für 2 Euro einen »pincho« (Häppchen) und »caña« (Bier oder Wein) an. Das zieht vor allem Einheimische in die sonst ausgestorbene abendliche City an der Plaza Mayor und dem angrenzenden Stadtviertel Sa Gerrería. Mittlerweile gehören 25 Kneipen zur Dienstags-Route.
Doch kaum hat sich das neue Angebot herumgesprochen, droht Ungemach. Den Anwohnern sind die vollgestopften Kneipen ein Dorn im Auge. Ruhestörung heißt das Drohwort, das auch schon den Partyläden an der Playa de Palma und im Lonja-Viertel einige Probleme bescherte. Die Stadtverwaltung sah sich bereits veranlasst, Lärmmessungen vorzunehmen.

Ruta Martiana in Palma de Mallorca
Die haben aber noch nicht ausgereicht, um gegen die Kneipenbetreiber vorzugehen. Bislang gelten Öffnungszeiten bis 2 Uhr, in den meisten lässt der Besucherstrom aber nach Mitternacht rapide nach, wie ein Test des mallorca.de-Redakteurs ergab.
Fakt ist: Die Stimmung ist exzellent, die Plätze sind belebt, das Publikum ist friedlich. Beste Voraussetzungen also, um einen interessanten Abend zu verleben. »Wenn die Dienstags-Route gestrichen wird, machen wir eben was anderes«, sagt der Kellner im »Jamón Jamón«. »Wir stehen vor der Ausrottung«, ist auf Plakaten mit einem von Kinderhand gemalten Marsmännchen zu lesen.
Die Leute im Viertel nehmen es mit Humor, wenn viele auch wütend darüber sind, dass eine gute Idee schon wieder zerredet wird. »Das stört doch nicht wirklich die Anwohner«, sagt die Deutsche Sandra, die bereits zum zweiten Mal dabei ist und über die gestiegenen Gästezahlen staunt. Das gute Märzwetter tut sein Übriges, dass die Bars brechend voll sind. Die Bestellung sollte man einfach über den Tresen brüllen, sonst wartet man vergeblich auf seinen Happen und das kleine Getränk dazu.

Sa Gerrería, das stand noch vor wenigen Jahren für Prostitution, zwielichtige Bars und dunkle Gassen. Hierher verirrten sich nur hartgesottene Nachtschwärmer.
Ruta Martiana in Palma de Mallorca

Bis die ersten Kneipen im neuen Look aufmachten, wie vor anderthalb Jahren das »Molta Barra«. Alternativ aber modern könnte man das Ambiente bezeichnen, das ist die Weggehalternative zum etwas geschleckten Lonja-Viertel. Indes die Probleme sind ähnlich. Vor wenigen Wochen erst musste das »Blues Willis« seinen Live-Musik-Betrieb einstellen. Grund waren ebenfalls Beschwerden der Anwohner.
Ruta Martiana in Palma de Mallorca

Auch die Lonja war früher er ein verruchtes Viertel, mittlerweile aber beheimatet sie Designhotels und restaurierte Nobelhäuser. Das ist für die Kultur einer Stadt allerdings fatal. »Die guten Läden können ja nicht alle in die Industriegebiete ausweichen. Wer in ein Partyviertel zieht, weiß doch, dass es dort laut wird«, sagt der Deutsche Daniel.

Bislang gilt allerdings: Die Ruta Martiana ist noch nicht gestorben und kann noch genossen werden. Immer Dienstags zwischen Plaza Mayor, der Calle Sindicat und den angrenzenden Vierteln. (Text und Fotos: Thomas Zapp für mallorca.de)
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