Real Mallorca gegen Borussia Dortmund in der UEFA Europa League, da würde der Ballermann beben. So unwahrscheinlich wäre die Paarung nicht. Beide Mannschaften haben eine für Ihre Verhältnisse sensationelle Saison gespielt und sich verdient für einen Europäischen Wettbewerb qualifiziert. Mallorca hätte mit etwas Glück sogar die Qualifikation für die Champions League schaffen können, am Ende hatte Konkurrent Sevilla (63) nur einen Punkt mehr auf dem Konto als Mallorca (62) und das erst durch ein Tor in der Nachspielzeit gegen Almería.
(Palma de Mallorca, 30.05.10) Real Mallorca gegen Borussia Dortmund in der UEFA Europa League, da würde der Ballermann beben.
So unwahrscheinlich wäre die Paarung nicht.
Beide Mannschaften haben eine für Ihre Verhältnisse sensationelle Saison gespielt und sich verdient für einen Europäischen Wettbewerb qualifiziert.
Mallorca hätte mit etwas Glück sogar die Qualifikation für die Champions League schaffen können, am Ende hatte Konkurrent Sevilla (63) nur einen Punkt mehr auf dem Konto als Mallorca (62) und das erst durch ein Tor in der Nachspielzeit gegen Almería.
Auf der Insel geht eine verrückte Saison zu Ende.
Statt wie vorher erwartet im Abstiegskampf haben die Roten von Anfang an im oberen Tabellendrittel mitgespielt.
Vor allem im heimischen Ono-Stadion wurde der Inselclub eine Macht: 15 Heimsiege, nur drei Niederlagen.
Den Erfolg konnte sich niemand richtig erklären, denn die Rahmenbedingungen waren alles andere als vorteilhaft.
Im Schnitt kamen deutlich unter 15.000 Zuschauer zu den Heimspielen.
Schuld daran ist auch die kaum vorhandene Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.
Tickets gibt es nur am Stadion, die deutschen Touristen als potenzielle Zuschauer werden gar nicht angesprochen.
Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Ticketschalter in Arenal?
Finanziell sieht es ebenfalls dunkel aus rund ums Ono-Stadion: Die Spieler warten immer noch auf Prämienzahlungen.
Nach der Unternehmenspleite des ehemaligen Präsidenten und Hauptaktionärs des Clubs, Vicenç Grande, geriet der Verein Anfang 2008 finanziell ins Schleudern.
Mehr als 60 Millionen Euro Verbindlichkeiten sollen sich unter Grande angehäuft.
Interessenten kamen und gingen, mehrmals Schein ein Kauf unmittelbar bevor zu stehen.
Der kommissarische Geschäftsführer und Ex Präsident des Clubs, Mateo Alemany, hat in dieser Woche die Notbremse gezogen.
Der Verein geht in den freiwilligen Konkurs.
Der Vater des Erfolgs, Trainer Gregorio Manzano, wird den Club definitiv verlassen.
Sein Gehalt von geschätzt einer Million Euro im Jahr ist nicht mehr zu bezahlen.
Mit ihm geht eine vierjährige Ära zu Ende, in welcher er die besten Ergebnisse eines Trainers auf Mallorca erzielte, mit der höchsten Zahl der erzielten Tore in der Saison 2007/08 und zehn Heimsiegen in Folge in der abgelaufenen Saison.
Nimmt man sein Engagement in der Spielzeit 2002/03 hinzu, kommt noch der Gewinn des Pokals (2003) und sieben Siegen in Folge hinzu.
Manzano hat es stets geschafft, aus einer mittelmäßigen Mannschaft das Beste herauszuholen, unter anderem brachte er den heutigen Nationalstürmer Dani Güiza (Fenerbahçe Istanbul) hervor.
In dieser so erfolgreichen Saison hat es sich der gebürtige Andalusier allerdings mit den Fans verscherzt, als er sich über die geringe Unterstützung im Stadion beklagt.
Sein Weggang ist dennoch ein herber Verlust für den Club.
Bleibt nur zu wünschen übrig, dass es eine Trennung in Frieden gibt. Noch schuldet ihm Real Mallorca mehr als 1,5 Millionen Euro.
Auch Aritz Aduriz, mit 12 Toren erfolgreichster Stürmer bei Real, wird kaum zu halten sein.
Fast nicht zu glauben, ist wie jetzt herauskam, dass der Ex-Vorstand Javi Martí Asensio 650.000 Euro aus der Club-Kasse veruntreut hat.
Ob bis zu Beginn der kommenden Saison wieder Ruhe im Club einkehrt, darf bezweifelt werden.
Das Training auf der Anlage in Son Bibiloni startet wieder am 5. Juli. Für den 12 und den 14. Juli stehen zwei Testspiele in Schweden an, gegen IF Djurgarden und IFK Norrköping, für den 7. August hat der Club ein Freundschaftsspiel beim englischen Premier-Ligisten Birmingham vereinbart.
Welches Gesicht dann die Mannschaft haben, welcher Trainer auf der Bank sitzen wird, all das ist jetzt noch ungewiss.
Trotz aller Hiobsbotschaften: Die Lizenz der UEFA hat der Inselclub erhalten, ist also für die Euroleague spielberechtigt.
Borussia Dortmund kann kommen und dann ist garantiert auch das Ono-Stadion voll!