MIETWAGEN   DATENSCHUTZ   IMPRESSUM   MONTAG, 1. MAI 2017
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TRADITION & BRAUCHTUM
Folklore
Wichtiger Bestandteil der mallorquinischen Kultur ist natürlich die Folklore, wie sie in Gesängen, Trachten und Volkstanz zum Ausdruck kommt. Auf zahlreichen weltlichen und mehr noch kirchlichen Festtagen bekommt man regional unterschiedliche Kostüme und Tänze zu sehen und fröhliche wie schwermütige Lieder auf mallorquin zu hören.
Wer so etwas mag, kann durchaus seine Freude daran haben, zumal in einem pittoresken ländlichen Umfeld.
Den verwöhnten Fernsehkonsumenten unserer Tage werden jedoch die echten folkloristischen Darbietungen, etwa am Rande einer dörflichen Veranstaltung, oft enttäuschen. Meistens mehr oder minder verfälscht, d.h. mit allerlei nicht eben hervorstechend mallorquinischen Elementen angereichert und damit gezielt gefälliger für Auge und Ohr gemacht, sind die kommerziellen Folklorevorführungen für Touristen nach dem Mittagessen auf Busausflügen, während Barbacoa-Abenden und an typischen Brennpunkten des Tourismus wie »La Granja« bei Esporles und im »Palacio del Rey Sancho« in Valldemossa. Eine hohe Erwartungshaltung sollte man auch bei derartigen Folklore-Shows nicht mitbringen.
Es muß hinzugefügt werden, daß viele der Gruppen, die einerseits das Geschäft mit der touristisch eingefärbten Folklore betreiben, sich auf der anderen Seite der Pflege überlieferter Formen von Liedgut und Tanz widmen.
TRADITION & BRAUCHTUM
Stierkampf
Ein ganz anderes Thema eher gesamtspanischer, aber durch sein Abhaltung auch auf Mallorca ebensogut mallorquinischer Kultur, ist der Stierkampf, die Corrida de Toros. Nach einem festgelegten Ritual werden dabei sechs Stiere von drei verschiedenen Toreros getötet.
Ritual / Picadores
Zu Beginn steht der Einmarsch der Toreros mit ihren Helfern, den Capeadores, Picadores und Bandilleros. Ist der Stier losgelassen, erfolgt zunächst seine Reizung, danach eine gewisse Erschöpfung seiner Angriffslust durch die Capeadores. Mit Hilfe ihrer schwarzroten Capas, unter denen das Tier wieder und wieder ins Leere läuft, bereiten sie den nächsten Akt der Zeremonie vor: das blutige Handwerk der Picadores, den unerfreulichsten Teil der Corrida de Toros. Hoch zu Roß stoßen sie dem Stier ihre Lanzen, die Picas, in den Nacken und fügen ihm damit tiefe, stark blutende Verwundungen zu. Gleichzeitig werden dabei seine Nackenmuskeln durchtrennt.
Er kann den Kopf nicht mehr heben und bietet damit dem Torero eine ungeschütztere Angriffsfläche.
Banderilleros
Zur erneuten Reizung nach der Schwächung durch den erlittenen Blutverlust treten die Banderilleros – oft auch bereits der Torero selbst – mit ihren 75 cm langen Spießen, den Banderillas, in Aktion. Die mit einem Widerhaken versehenen und mit bunten Bändern geschmückten Holzspieße werden dem heranstürmenden Stier paarweise in den Rücken gesetzt. Je näher dabei der Banderillero oder der Torero dem Stier kommt und je enger die Banderillas stehen, umso größer ist der Beifall des Publikums.
Wann und wo?
Man sollte bei Interesse nicht zögern, die Gelegenheit zur Inaugenscheinnahme eines echten Stierkampfes zu nutzen. Gleich, wie am Ende das eigene Urteil ausfällt.
Regelmäßige Stierkämpfe gibt es allerdings nur in Palma, wiewohl entsprechende Arenen auch in Aicudia, Inca, Manacor und Muro existieren. »Richtige« Stierkämpfe werden dort aber nur noch zu besonderen Anlässen ausgetragen. In Aicudia finden im Sommer einmal wöchentlich unblutige Kämpfe mit jungen Stieren statt. Anläßlich dörflicher Feste werden hier und dort kleine »Arenen« aufgebaut und Amateur-Corridas veranstaltet.
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