Die nahezu kreisrunde innere Bucht von
Sóller besitzt den einzigen geschützten Hafen der Westküste.
Dahinter öffnet sich ein weites Tal mit dem hübschen Städtchen Sóller inmitten ausgedehnter Orangenkulturen und den pittoresken Dörfern Fornalutx und Biniaraix.
Ringsum überragen steile Gebirgsmassive das Tal. Früher konnte Soller nur über Paßstraßen und Serpentinen erreicht werden, aber seit 1997 ist der Straßentunnel auf der Route
Palma-Soller geöffnet.
Vom Verkehrsverteiler an Palmas Ringautobahn sind es seither nur noch 20 min. Fahrt bis
Port de Sóller.
Die durch 19 (!) Tunnel fahrende
Kleinbahn gehört nichtsdestoweniger zu den nach wie vor populärsten Touristenattraktionen.
Außer kleinen Hostales in Sóller und Fornalutx, einigen Fincas im Umfeld und dem Luxusquartier C`as Puers in Sóller befindet sich die Mehrzahl der Unterkünfte in
Port de Sóller.
Nur wenige deutsche Veranstalter führen den einst britisch dominierten Ort im Programm.
Leider läßt sich – trotz vieler positiver Aspekte –
Port de Sóller nur für bestimmte Zielgruppen empfehlen, da eine Reihe problematischer Faktoren existiert.
Zunächst ist da der Strand: eine Mauer trennt ihn von den Schienen der Straßenbahn und der Hauptverkehrsstraße.
Er ist relativ schmal, grau und steinig und dennoch im zentralen Ortsbereich ab Ende Mai ziemlich voll.
Das liegt nicht nur an der örtlichen Hotelkonzentration, sondern auch an der Beliebtheit von
Port de Sóller als Ausflugsziel.
Mit der alten Eisenbahnlinie und der sich daran anschließenden Straßenbahn, mit Bussen und Mietwagen geht es zum Hafen von Sóller, um dort die Boote nach Sa Calobra zu besteigen.
Vom Strom der Ausflügler bemerken zwar Urlauber im Ortsteil Playa d'en Repic weniger, aber die breiten, künstlichen Strände sind dort nicht viel attraktiver.
In der inneren Bucht bereitet die Wasserqualität – bedingt durch einen zu geringen Austausch mit dem Meer – nicht immer Freude.
Schwimmen im sauberen Wasser im äußeren Teil der Bucht kann man aber oberhalb von Playa d'en Repic nach einem kleinen Fußmarsch.
Mit wenigen Ausnahmen präsentiert sich die Hotelinfrastruktur des Ortes leicht angejahrt, wenn auch teilweise renoviert.
All diese Punkte müssen – von September bis Ende Mai – keinen Nachteil bedeuten für Aktive, die wandern und mit Mietauto vor allem die Nordwestküste und die Berge erkunden wollen.
Zumal nun auch Palma und Umgebung dank des Straßentunnels in bequemer Reichweite liegen.
Wenn am späten Nachmittag mit dem Abzug der Tagesausflügler wieder Ruhe einkehrt, läßt es sich im übrigen auch im Zentrum am Hafen gut aushalten, ebenso an der
Plaça in Sóller oder in reizvollen Restaurants des Umfeldes.
Für Leute mit Ansprüchen an abendliche Zerstreuungsmöglichkeiten am Ort sieht es aber schlechter aus als in anderen Ferienorten vergleichbarer Größe.
Bei Wassersportinteressen findet man trotz der an sich reizvollen Bucht, an der Surfschule und Segelbootverleih nicht fehlen, geeignetere Ziele.
Das gilt in gleicher Weise für Ferien mit Kindern.