Colonia de Sant Père gehört nicht zu den bekannten Ferienorten und ist auch kein sonderlich aufregendes Ausflugsziel, einen Abstecher von der Hauptstraße Alcúdia-Artá aber allemal wert.
Die 5 km auf der breiten Zufahrtstraße sind schnell zurückgelegt. Man gelangt von der Ortseinfahrt automatisch zum kleinen Fischerhafen, der neuerdings um eine Yachtmarina erweitert wurde.
Gleich nebenan befindet sich der durch einen Wellenbrecher geschützte Strand (für kleine Kinder ideal).
Zwischen Straße und Strand stehen die Tische und Stühle eines einzigen Lokals, ein ruhiger Platz für eine Pause abseits des großen touristischen Getriebes.
Unerwartet erstklassige kulinarische Genüsse bietet das Restaurant Solimar in einer Urbanisation abseits des Ortes oberhalb der Küste (an der Zufahrt ausgeschildert).
Im weiteren Umkreis um Colonia de Sant Père expandieren Villenurbanisationen. Die ausgedehnteste davon, Betlem, liegt 5 km nördlich.
Die weiße, um einen Tennisclub mit schönem Poolbereich angelegte Sommerhaus-Siedlung befindet sich überwiegend in deutscher Hand.
Hinter Betlem endet die Straße. Zu Fuß oder per Motorrad geht es auf einem Feldweg die Küste entlang bis zur einsamen Bucht an der Punta d'es Calo.
Kaum ein Gebiet Mallorcas ist so wenig erschlossen und unzugänglich wie diese Gebirgsregion unterhalb des Cap de Ferrutx mit dem alten Wachtturm Talaia de Morey in rund 400 m Höhe über dem Kap.
Die Touristenzentren des Nordostens von Canyamel bis zur Cala Mesquida gehören zur Gemeinde Capdepera und werden vom namensgebenden Städtchen verwaltet.
Aber nicht nur administrativ und steuerlich beherrscht Capdepera die Region. Alle Wege zu den Buchten des Nordostens -mit Ausnahme der Platja de Canyamel- führen über das weithin sichtbare Städtchen auf dem Bergrücken oberhalb von Cala Rajada.
Diese strategisch günstige Position wurde früh erkannt und schon vor der Römerzeit zum Bau erster Befestigungen genutzt. Die Anlage mit der eindrucksvollen Ringmauer geht auf die Araber zurück, die hier dem christlichen Eroberer Jaume I. im Jahre 1230 noch trotzten, als Palma bereits gefallen war.
Sein Nachfolger Jaume II. begann 1337 mit dem weiteren Ausbau des Castell, dessen Aussehen sich seit Ende des 14. Jahrhunderts kaum noch verändert hat.
Erst vor kurzem wurde es restauriert. Allerhand Legenden ranken sich um die Uneinnehmbarkeit der Festung, darunter die der Wirkung des Muttergottesbildes in der Kapelle La Esperanza: in höchster Not soll es -auf die Zinnen gestellt- den Abbruch einer Belagerung durch arabische Piraten bewirkt haben.
Die Burganlage von Capdepera erreicht man am besten zu Fuß von der Plaça Espanya (an der Durchgangsstraße) über eine in gerader Linie hinaufführende Treppenstraße.
Man kann auch direkt vor das Tor der Festung fahren. Die Strecke -über sehr enge, steile Gassen- ist ausgeschildert. Oben gibt es kaum Parkplätze.
Das Innenleben der Burg besteht vor allem aus der schießschartenbewehrten Ringmauer, die rundum begehbar ist.
Neben der kleinen Kirche sind die Eckbastionen und der Torre d'en Banya von Interesse.
Schon allein die Aussicht über die Buchten des Nordostens lohnt den Besuch.
Nachts wird das Castell pittoresk angestrahlt.
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