MIETWAGEN   DATENSCHUTZ   IMPRESSUM   SAMSTAG, 19. AUGUST 2017
Suche:
DIE INSEL | KULTUR

Mallorcaurlaub und Kultur

Nach Mallorca der Kultur halber? Bis vor etwa 20 Jahren sicher noch gar kein Thema. Zwar hatte die Insel mit ihren Ruinen aus römischer Zeit, alten Festungen und Palästen, gut erhaltenen Stadtmauern und Sakralbauten in Palma, manchen Land städtchen und auf Erhebungen des Inselinneren kulturhistorisch schon immer einiges zu bieten, aber das war es dann auch. Seit den 1990er-Jahren hat sich indessen eine Menge getan. Kulturell Interessierte finden heute neben Bauwerken aus alter Zeit und Relikten vergangener Jahrhunderte viele neue Museen – vor allem Kunstmuseen und eine kaum noch überschaubare Menge privater Galerien – von beachtlichem Niveau. Darunter auch echte Kleinodien wie die Herrenhäuser Els Calderers bei Vilafranca und Can Marques in Palmas Altstadt, die Museen Sant Antoni und Ca N’Alluny und besonders die Gemäldesammlung der Stiftung Jakober bei Alcudia. Waren früher die Sommerkonzerte in ehrwürdigen Gemäuern von Valldemossa bis Pollençadas musikalische Highlight des Jahres, ist heute das inselweiteKonzertprogrammvon Klassik über Jazz bis Rock und Punk erstaunlich. Die seitenlangen allwöchentlichen Veranstaltungshinweise von Mallorca Magazin und Mallorca Zeitung sprechen da für sich. Wer will, kann heute für seine Mallorcareise das Thema »Kulturgenuss« ohne weiteres in den Mittelpunkt und sich ein abwechslungsreiches wie anspruchsvolles Programm zusammenstellen – am besten mit Standquartier Palma. (Hans Grundmann, HB 2007)
Text: »Mallorca – Handbuch für den optimalen Urlaub«
Jetzt bestellen im mallorca.de Buchshop
DIE INSEL | KULTUR
Sprache
Tatsächlich fällt jedem Touristen unter allen kulturellen Eigenheiten Mallorcas die sprachliche als erste ins Auge. Die extremen Autonomisten betreiben nämlich mit Eifer einen Sprühdosenkrieg gegen Ortsschilder und Wegweiser. Wo vom Mallorquín abweichende kastilianische Bezeichnungen stehen, wird gnadenlos berichtigt. Besonders gerne tritt die Sprühfarbe gegen Palma in Aktion, welche in der heimischen Mundart »Ciutat« (die Stadt) heißt. Einer konsequenten öffentlichen Umbenennung gegen den eingeschliffenen Sprachgebrauch steht im Wege, dass bei weitem nicht alle Bewohner Mallorcas Mallorquiner, sondern vom Festland »zugereist« sind, und auch unter geborenen Insulanern die Begeisterung für die eigene Sprache geteilt ist – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Denn für die immerhin fast fünf Millionen jährlichen Touristen, von denen viele aus Spanien selbst kommen, wäre eine totale Umstellung zumindest für eine Übergangszeit verwirrend und dem Geschäft im Zweifel abträglich. Das offizielle Bekenntnis zum Mallorqufn und die praktische Umsetzung in das tägliche Leben sind daher zwei Paar Schuh.
Aktuelle Situation
Nichtsdestoweniger ist die Existenz des Mallorquin neben dem Castellano in allen Lebensbereichen der Insel zu einem unübersehbaren Faktum geworden. Eine Reihe von Ortsnamen haben sich bereits in ihrer mallorquinischen Schreibweise durchgesetzt: Sa Pobla statt La Puebla, Santa Margalida statt Margarita etc. Straßennamen wurden wegen ihres Bezugs zum Franco Regime verändert und unter neuer Bezeichnung gleich sprachlich angepaßt: Carrer statt Calle (Straße), Passeig statt Paseo (Promenade/Durchgang) u.v.a.m., wobei die erhältlichen Stadtpläne den Veränderungen oft erst mit erheblicher Verzögerung folgen. Mehr und mehr Zeitungsartikel – einzelne Publikationen auch komplett – erscheinen auf Mallorquin, und das literarische Angebot kann sich bereits mit den verfügbaren spanischsprachigen Titeln messen.
Auswirkungen
Die Auswirkungen des sprachlichen Neben- und Durcheinanders auf den Touristen sind indessen (noch) gering. Höchstens ein Wegweiser gibt hier und dort zu Zweifeln Anlaß, doch was ähnlich klingt, ist meist identisch. Das gilt viel weniger für die zwei Sprachen an sich, schon gar nicht für das gesprochene Wort. Hochspanisch und Mallorquin weisen zwar weitgehende Ähnlichkeiten und Parallelen auf, aber auch mit guten Spanischkenntnissen fällt das volle Verständnis eines mallorquinischen Textes nicht leicht. Verbal liegen Welten zwischen beiden Mundarten. Dennoch trifft die anfängliche Aussage zu: Kastilianisch ist nach wie vor die eigentliche Verkehrssprache, außer in den Dörfern des Landesinneren, wo die Mehrheit der Bewohner seit eh und je vorzugsweise mallorquin spricht. Wo man bislang mit Spanisch »durchkam«, tut man es problemlos immer noch. Und wer ohne Sprachkenntnisse Mallorca besucht, für den spielt die Frage »spanisch oder mallorquin« ohnehin keine Rolle.
Verständigung
Für viele Länder ist es in Hotels und Restaurants ganz nützlich, wenn man – auch ohne eigentliche Sprachkenntnisse – einige wichtige Begriffe, Zahlen und Floskeln im Reiseführer findet. Mallorca macht nach Meinung des Autors jedoch eine Ausnahme. Hotelpersonal, das nicht einigermaßen die Sprachen der Hauptgästegruppen »draufhat«, gibt es fast nicht. Dasselbe gilt für Restaurants und Kneipen, so sie auch von Touristen besucht werden. Bei lückenhaften Sprachkenntnissen der Bedienung hilft in aller Regel die drei- oder sogar mehrsprachige Speisen- und Getränkekarte. Anders ausgedrückt: Verständigungsprobleme treten auf Mallorca im Einzugsbereich des Tourismus nur sehr selten auf. Wenn man trotzdem mal auf Schwierigkeiten stößt, hilft ein Glossar im Reisebuch ohnehin nicht weiter. Sehr viel nützlicher ist da ein kompakter kleiner Sprachführer, wie er zum Beispiel vom Peter Rump Verlag in der »Kauderwelsch-Reihe« angeboten wird: für die spanische Sprache kostet er incl. Audiockassette nur € 14,80.
Text: »Mallorca – Handbuch für den optimalen Urlaub«
Jetzt bestellen im mallorca.de Buchshop
DIESEN ARTIKEL BEWERTEN:
Error connecting to mysql