MIETWAGEN   DATENSCHUTZ   IMPRESSUM   SONNTAG, 25. JUNI 2017
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SPRACHE
Spanisch und Mallorquin
Tatsächlich fällt jedem Touristen unter allen kulturellen Eigenheiten Mallorcas die sprachliche als erste ins Auge. Die extremen Autonomisten betreiben nämlich mit Eifer einen Sprühdosenkrieg gegen Ortsschilder und Wegweiser. Wo vom Mallorquín abweichende kastilianische Bezeichnungen stehen, wird gnadenlos berichtigt. Besonders gerne tritt die Sprühfarbe gegen Palma in Aktion, welche in der heimischen Mundart »Ciutat« (die Stadt) heißt. Einer konsequenten öffentlichen Umbenennung gegen den eingeschliffenen Sprachgebrauch steht im Wege, dass bei weitem nicht alle Bewohner Mallorcas Mallorquiner, sondern vom Festland »zugereist« sind, und auch unter geborenen Insulanern die Begeisterung für die eigene Sprache geteilt ist – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Denn für die immerhin fast fünf Millionen jährlichen Touristen, von denen viele aus Spanien selbst kommen, wäre eine totale Umstellung zumindest für eine Übergangszeit verwirrend und dem Geschäft im Zweifel abträglich. Das offizielle Bekenntnis zum Mallorqufn und die praktische Umsetzung in das tägliche Leben sind daher zwei Paar Schuh.
Aktuelle Situation
Nichtsdestoweniger ist die Existenz des Mallorquin neben dem Castellano in allen Lebensbereichen der Insel zu einem unübersehbaren Faktum geworden. Eine Reihe von Ortsnamen haben sich bereits in ihrer mallorquinischen Schreibweise durchgesetzt: Sa Pobla statt La Puebla, Santa Margalida statt Margarita etc. Straßennamen wurden wegen ihres Bezugs zum Franco Regime verändert und unter neuer Bezeichnung gleich sprachlich angepaßt: Carrer statt Calle (Straße), Passeig statt Paseo (Promenade/Durchgang) u.v.a.m., wobei die erhältlichen Stadtpläne den Veränderungen oft erst mit erheblicher Verzögerung folgen. Mehr und mehr Zeitungsartikel – einzelne Publikationen auch komplett – erscheinen auf Mallorquin, und das literarische Angebot kann sich bereits mit den verfügbaren spanischsprachigen Titeln messen.
Auswirkungen
Die Auswirkungen des sprachlichen Neben- und Durcheinanders auf den Touristen sind indessen (noch) gering. Höchstens ein Wegweiser gibt hier und dort zu Zweifeln Anlaß, doch was ähnlich klingt, ist meist identisch. Das gilt viel weniger für die zwei Sprachen an sich, schon gar nicht für das gesprochene Wort. Hochspanisch und Mallorquin weisen zwar weitgehende Ähnlichkeiten und Parallelen auf, aber auch mit guten Spanischkenntnissen fällt das volle Verständnis eines mallorquinischen Textes nicht leicht. Verbal liegen Welten zwischen beiden Mundarten. Dennoch trifft die anfängliche Aussage zu: Kastilianisch ist nach wie vor die eigentliche Verkehrssprache, außer in den Dörfern des Landesinneren, wo die Mehrheit der Bewohner seit eh und je vorzugsweise mallorquin spricht. Wo man bislang mit Spanisch »durchkam«, tut man es problemlos immer noch. Und wer ohne Sprachkenntnisse Mallorca besucht, für den spielt die Frage »spanisch oder mallorquin« ohnehin keine Rolle.
Verständigung
Für viele Länder ist es in Hotels und Restaurants ganz nützlich, wenn man – auch ohne eigentliche Sprachkenntnisse – einige wichtige Begriffe, Zahlen und Floskeln im Reiseführer findet. Mallorca macht nach Meinung des Autors jedoch eine Ausnahme. Hotelpersonal, das nicht einigermaßen die Sprachen der Hauptgästegruppen »draufhat«, gibt es fast nicht. Dasselbe gilt für Restaurants und Kneipen, so sie auch von Touristen besucht werden. Bei lückenhaften Sprachkenntnissen der Bedienung hilft in aller Regel die drei- oder sogar mehrsprachige Speisen- und Getränkekarte. Anders ausgedrückt: Verständigungsprobleme treten auf Mallorca im Einzugsbereich des Tourismus nur sehr selten auf. Wenn man trotzdem mal auf Schwierigkeiten stößt, hilft ein Glossar im Reisebuch ohnehin nicht weiter. Sehr viel nützlicher ist da ein kompakter kleiner Sprachführer, wie er zum Beispiel vom Peter Rump Verlag in der »Kauderwelsch-Reihe« angeboten wird: für die spanische Sprache kostet er incl. Audiockassette nur € 14,80.
Text: »Mallorca – Handbuch für den optimalen Urlaub«
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TIPP
Besonders freundlich werden Sie von Mallorquinern aufgenommen, wenn Sie sich ein wenig bemühen, spanisch zu sprechen. Und sei es nur, dass Sie auf den üblichen Gruß »Hola, que tal?« (Wie geht's?) mit »Gracias, muy bien« (Danke, gut), antworten. Wollen Sie Land und Leute näher kennenlernen, dann helfen Ihnen unsere Sprachtips zum Alltagsleben bestimmt, die erste Hürde zu überwinden. Mit etwas Geduld und Ausdauer weicht dann auch bald die anfängliche Unsicherheit. Und wer weiß, vielleicht bekommen Sie sogar Spaß daran. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn schließlich ist Spanisch eine Weltsprache. (amv)
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