Über Charakter und Wesensart des Menschen Ludwig Salvator mögen ebenfalls einige Worte genügen.
Seine Güte und sein überraschender Mangel an Namens- oder Standesstolz waren auf Mallorca sprichwörtlich und sind es heute noch.
»Monseigneur est trop bon«, sagten oft verwundert seine ausländischen Untertanen – »Es nostro senyor es massa bo«, beteuerten die Männer und Frauen Mallorcas, denen es vergönnt war, innerhalb der Grenzen des kleinen Fürstentums zu leben.
Mit den Anekdoten, die auf der Goldenen Insel über ihn, den Austriaco, erzählt wurden und werden, könnte man ganze Bände füllen.
Seine Umgangsformen waren die denkbar einfachsten. Die Leute vom Lande nahmen ihn, da er nicht nur ihre Sprache, sondern auch ihre Sitten wie kaum ein zweiter kannte, für ihresgleichen und scheuten sich nicht, den Sprössling eines der ältesten Herrscherhäuser Europas, der zudem auch Großoheim ihres Königs war, mit dem landläufigen Du anzureden und seine biedere Freundschaft mit gleichem zu vergelten.
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