Etwas anspruchsvoller ist da schon
els ossos (mall. Knochen), der Vorläufer des »Klimperklaviers« unserer Kindertage, auch Xylophon genannt.
Neun verschieden lange Schafsknöchelchen, der Größe und Klangfarbe nach geordnet und quer auf Schnüre gefädelt, ergaben eine Tonleiter im wahrsten Sinne des Wortes.
Man hängte sie sich wie eine Kette um den Hals vor die Brust und klapperte mit einer halben Kastagnette auf ihnen herum.
Die
ossos gaben hohe und tiefe Klappertöne von sich, und der Interpret leistete echte Knochenarbeit.
Die jungen Leute der Musikschule in unserem Ort, die mich durch die Ausstellung antiker Musikinstrumente führten, meinten, es sei eindeutig ein Percussion-Instrument!
Als die Mallorquiner lernten, mit Metall umzugehen, erfanden sie die Triangel.
Sie ist noch leichter zu spielen als ihre beiden Vorgänger dazu braucht´s nur wenig musikalische Begabung.
Selbstverständlich haben die Inselbewohner im Laufe ihrer musikalischen Entwicklung Trommeln und Flöten hergestellt.
Die
flautas oder
flavioles (span.,mall. Flöten), allesamt aus Schilfrohr geschnitzt, spielten früher die Hirten auf dem Feld.
Heute hört man sie zweimal die Woche auf dem Markt allerdings in der peruanischen Variante als Panflöte, mit CD-Begleitung und Verstärkerboxen.
Text: »Eine mallorquinische Reise« von Gordon West