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DIE INSEL

Mallorcas Geschichte

In der Geschichte Mallorcas spiegeln sich die im Laufe der Jahrtausende wechselnden Machtverhältnisse im Mittelmeerraum ebenso wie der Wandel der Beziehungen zwischen europäischen Herrscherhäusern im Mittelalter und die jüngere Entwicklung Spaniens von der Franco-Diktatur zur Demokratie.
6. Jahrtausend v. Chr.
Der ursprünglichen Höhlenkultur folgte die sogenannte Talaiot-Kultur, deren Bezeichnung sich aus den runden Wachttürmen (arabisch wie mallorquín: Talaia) der Bruchsteinbauten ableitet, die noch bis zur Römerzeit die auf den Balearen vorherrschende Siedlungsform gewesen zu sein scheint. Da Mauern und Stützkonstruktionen der Dächer lediglich aus übereinandergeschichteten Felsblöcken ohne Verfugung bestanden, dienten sie der Bevölkerung späterer Jahrhunderten als Materialreserve bei Haus- und Kirchenbau. Das erklärt, warum auf Mallorca zwar Reste von über 200 Talaiot-Dörfern identifiziert wurden, aber nur die Talaiots Capocorp Vell zwischen Llucmajor und Cala Pi, Ses Paisses bei Artá und Son Fornes bei Montuïri als nennenswerte Relikte verblieben, die noch Strukturen eines Dorfes aufweisen.
Höhlenkultur auf Mallorca
Der ursprünglichen Höhlenkultur folgte die sogenannte Talaiot-Kultur, deren Bezeichnung sich aus den runden Wachttürmen (arabisch wie mallorquín: Talaia) der Bruchsteinbauten ableitet, die noch bis zur Römerzeit die auf den Balearen vorherrschende Siedlungsform gewesen zu sein scheint. Da Mauern und Stützkonstruktionen der Dächer lediglich aus übereinandergeschichteten Felsblöcken ohne Verfugung bestanden, dienten sie der Bevölkerung späterer Jahrhunderten als Materialreserve bei Haus- und Kirchenbau. Das erklärt, warum auf Mallorca zwar Reste von über 200 Talaiot-Dörfern identifiziert wurden, aber nur die Talaiots Capocorp Vell zwischen Llucmajor und Cala Pi, Ses Paisses bei Artá und Son Fornes bei Montuïri als nennenswerte Relikte verblieben, die noch Strukturen eines Dorfes aufweisen.
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7. Jahrhundert v. Chr.
Obwohl Menorca und Ibiza von den Phöniziern (auch Punier oder Karthager – heutiges Tunesien), welche um diese Zeit das westliche Mittelmeer dominierten, bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. besetzt wurden, blieb Mallorca verschont.
Nichtsdestoweniger verdingten sich Mallorquiner als Steinschleuderer in den karthagischen Heeren. Da diese Fertigkeit auf den Balearen von klein an geübt wurde, brachten es die jungen Männer mit ihren Steingeschossen zu besonderer Treffsicherheit und Durchschlagskraft.
Sogar die Bezeichnung der Inselgruppe geht vermutlich auf die Steinschleuderkunst der Bewohner zurück (griechisch: ballein = werfen). Tatsächlich kämpften die Steinschleuderer nicht nur auf der Seite der Punier unter Hamilkar und Hannibal, sondern waren am Ende auch bei den römischen Truppen Scipios zu finden, die Karthago einnahmen und zerstörten.
Das Standbild eines Steinschleuderes im Park unterhalb der Almudaina in Palma erinnert an die Heldentaten im Altertum.
Jahr 123 v. Chr.
Mit dem Niedergang Karthagos entwickelte sich ein Machtvakuum, das die keiner Seite sonderlich verbundenen Mallorquiner zur Seeräuberei nutzten. Diese einträgliche Aktivität ließ auch römische Handelsschiffe nicht ungeschoren, was den Unwillen Roms erregte und letztlich – im Jahre 123 v. Chr. – zur Besetzung der Balearen führte.
Damit begann eine über 500 Jahre währende friedliche Epoche unter römischer Verwaltung. Kriegsveteranen und Verbannte wanderten aus Rom und ganz Italien zu. Pollentia (heute Alcudia), Inca und Palma wurden gegründet, eine verbindende Heerstraße – immer noch Hauptverkehrsachse der Insel – entstand, und eine florierende Exportwirtschaft entwickelte sich vor allem mit Öl von den damals eigens eingeführten Olivenbäumen sowie mit Tongeschirr und Keramik.
In den ersten Jahrhunderten der neuen Zeitrechnung begann auch auf den Balearen die Christianisierung.
Die immer noch zugängliche Höhle von Sant Marti bei Las Gaviotas diente den frühchristlichen Gemeinden als Zufluchtsort vor Verfolgung, bis sich das Christentum vollends durchgesetzt hatte.
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Jahr 430 n. Chr.
Die Pax Romana endet mit der Eroberung der Balearen und weitgehender Zerstörung römischer Strukturen durch die Vandalen im Jahre 430. Hundert Jahre später löste Ostrom von Byzanz aus (Istanbul) die Vandalenherrschaft ab und nutzte Mallorca als Basis für den Kampf gegen die Goten auf dem spanischen Festland. Gleichzeitig verlor Byzanz nach und nach seine nordafrikanischen Besitzungen an vorrückende arabische Heere (Mauren), deren Flotten im 8. Jahrhundert erstmalig auch vor den Balearen auftauchten. Der darauffolgenden Phase von Plünderungen und gegenseitiger Piraterie setzte die Eroberung Mallorcas durch die Araber, die sich mittlerweile ganz Spanien – das frühere Westgotenreich – einverleibt hatten, im Jahre 902 ein Ende. Über mehr als drei Jahrhunderte arabischer Herrschaft entfaltete sich nun orientalische Kultur auf der Insel. Maurische Hinterlassenschaften sind die bewässerten Obst- und Gemüseterrassen vor allem an der südlichen Westküste, die Orangen- und Mandelbaumkulturen sowie die Gartenanlagen um Villen und Paläste, wie sie noch heute in Esporles (La Granja) oder Alfabia existieren. Viele arabische Ortsnamen überdauerten die Jahrhunderte, so zum Beispiel Alcudia, Algaida und Alaró, aber auch so fremdartig wirkende Bezeichnungen wie Andratx, Fornalutx, Binissalem, Banyalbufar oder Biniaraix. Bauwerke aus arabischer Zeit sind dagegen bis auf die Banys Arabes in Palma in ihrer ursprünglichen Form so gut wie gar nicht mehr vorhanden.
Jahr 1229
Die Rückeroberung Mallorcas am Ende des Jahres 1229 durch ein eigens zusammengestelltes Christenheer erfolgte lange vor der vollständigen Vertreibung der islamischen »Heiden« aus Spanien. Die letzte Bastion der Westgoten in Asturien an der Biskayaküste war Ausgangspunkt der Reconquista, die zunächst das nördliche Spanien mit den Regionen Galicien, León, Navarra, Kastilien, Aragón und Katalonien von der Maurenherrschaft befreite. Anfang des 13. Jahrhunderts existierte so im Bereich Barcelona/Tarra-gona/Zaragoza das Vereinigte Königreich von Aragón und Katalonien, zu dem auch Provinzen des heutigen Südfrankreich (Montpellier/Rousillon/Provence) gehörten.
Wegen der nach wie vor imminenten Bedrohung der Küsten und seiner Handelsschiffe durch von Mallorca aus operierende arabische Piraten erschien dem damaligen König Jaume I. eine weitere Invasion (vorher unternommene Versuche waren mehrfach fehlgeschlagen) der Insel geboten, die sich zugleich als Kreuzzug deklarieren ließ. So stach er unter Beteiligung dreier Erzbischöfe und ihrer Truppen im September 1229 mit 150 Schiffen und einer Streitmacht von 13.000 Mann in See und landete zunächst unbehelligt in der Bucht von Santa Ponça. Die ihm entgegengesandten Kräfte der Araber wurden geschlagen, und eine 3-monatige Belagerung Palmas (arabisch Medina Mayurca) schloß sich an. Am Silvestertag 1229 konnte Jaume die Kapitulation des Emirs in der Almudaina entgegennehmen. Während der darauffolgenden Plünderung wurden die meisten der arabischen Sakralbauten zerstört, darunter auch die Hauptmoschee. Auf ihren Grundmauern began-nen bald darauf die Bauarbeiten zur Konstruktion der bis heute das Stadtbild prägenden Kathedrale.
Die (Wieder-)Christianisierung wurde mit der Vertreibung oder Integrierung der überlebenden Araber in den Folgejahren vollzogen. Grundeigentum und Paläste der maurischen Oberschicht gelangten in den Besitz der Mitstreiter und Günstlinge des neuen Herrschers. Menorca unterwarf sich kampflos und entging noch für Jahrzehnte der Eroberung gegen Tributzahlungen. Erst Ende des 13. Jahrhunderts mußten die Araber auch die Nachbarinsel räumen. Der Eroberer, Jaume I, veranlaßte noch während seiner Regierungszeit neben dem Beginn der Arbeiten an der Kathedrale die Grundsteinlegung zum über Palma thronenden Castell de Bellver und den Umbau der Almudaina zum Königspalast.
Nach seinem Tod 1276 wurde das Königreich unter den beiden Söhnen aufgeteilt: Pedro erhielt die spanischen Festlandsbesitzungen, sein jüngerer Bruder Jaume die Balearen und die südfranzösischen Reichsteile. Damit war der Keim zu einem Gegensatz gelegt, auf den die heute wieder aktuellen Autonomiebestrebungen zurückgehen. Zunächst aber hatte Mallorca durch die Erbteilung einen eigenen König erhalten, der tatkräftig die Entwicklung der Insel betrieb und sich auch durch einen 1286 bis ins Inselinnere vorgetragenen Angriff des Sohnes und Nachfolgers seines Bruders, Alfons von Aragon, nicht aus dem Sattel heben ließ. Vielmehr erhielt er 1298 Menorca noch dazu.
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Castell de Bellver
Bevor Mallorca 1311 an König Sancho I. überging, wurden das Castell de Bellver (Foto) fertiggestellt, ein Königspalast in Sineu errichtet, die Kirche von Sant Francesc in Palma begonnen und eine Reihe von heute wichtigen Städten – u.a. Felanitx, Llucmajor, Manacor, Petra – gegründet. Das bemerkenswerte Wirken des Schriftgelehrten und mallorquinischen Nationalhelden wider den Islam, Ramon Llull fällt in jene Zeit.
Jahr 1343
Der Nachfolger Jaumes II. starb 1324 nach nur 13 Jahren Regentschaft, und der Sohn seines Bruders übernahm als Jaume III. die Geschicke Mallorcas. Er führte die Insel zu einer auf Seefahrt und Handel beruhenden wirtschaftlichen Blüte. Die alten aus der Erbteilung resultierenden Probleme waren indessen ungelöst. Pedro IV. von Aragon erhob Anspruch auf die Krone Mallorcas, landete 1343 bei Peguera und schlug die mallorquinischen Truppen. Der König floh auf seine französischen Provinzen und sann auf Rache. Er verkaufte die Region Montpellier an den französischen König und rüstete mit dem Erlös ein Heer aus, um nach Mallorca zurückzukehren. Das gelang auch zunächst, aber er konnte die Insel nicht halten: in der 1349 verlorenen Schlacht von Llucmajor fiel Jaume III. Für die Witwe und seine Kinder wurde Schloß Bellver zum Staatsgefängnis. Mallorca verlor die nur wenige Jahrzehnte genossene Unabhängigkeit und mußte sich nun bis zur Demokratisierung 1975 vom Festland bevormunden lassen.
Mit dem Autonomieverlust wurde die Bevölkerung den neuen Herren aus Aragon gegenüber abgabepflichtig. Das führte immer wieder zu Unruhen. Auch zwischen den geknechteten Untertanen und der Aristokratie der Insel kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. Aber trotzdem setzte sich der bereits unter Jaume III. begonnene Aufstieg Mallorcas zu einem der wichtigsten Handelsplätze des westlichen Mittelmeers fort. So entstand etwa im 15. Jahrhundert die einem gotischen Kirchenschiff ähnliche Handelsbörse Sa Llotja. Mallorquinische Seefahrer genossen Weltruf, und die auf Mallorca beheimateten Kartographen zeichneten die besten Seekarten ihrer Zeit.
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15. Jahrhundert
Die historischen Ereignisse schlugen jedoch gegen Ende des 15. Jahrhunderts wieder zuungunsten Mallorcas aus. Die Türken erlangten die Herrschaft über das östliche Mittelmeer, bewirkten damit den Niedergang des Orienthandels und setzten sich auch noch in Nordafrika fest. Von dort aus überzogen sie die Handelswege des westlichen Mittelmeers mit Seeräuberei. Nach einem gescheiterten Versuch Karls V. von Habsburg (= Carlos I. von Spanien, d.h. der durch Heirat 1469 zusammengeschlossenen Königreiche von Aragon mit Balearen und Kastilien), die Türken in offener Seeschlacht zu besiegen, stiegen sie zur unangefochtenen Seemacht auf und plünderten um die Mitte des 16. Jahrhunderts nahezu unbehelligt die Küstenstädte der Mittelmeerländer.
Auch Mallorca blieb nicht verschont. Orte wie Andratx, Alcúdia, Pollença und Sóller wurden von Piratenüberfällen heimgesucht.
Die Türken nutzten Buchten und Höhlen Mallorcas zudem als Schlupfwinkel für weitere Unternehmungen. Aus der »Türkenzeit« stammen die zahlreichen Wacht- und Verteidigungstürme (Talaias) rund um die Insel.
16. Jahrhundert
Mit der Seeschlacht von Lepanto 1571, in der die vereinigten Verbände der europäischen Staaten den Sieg über die türkische Flotte errangen, nahmen Piraterie und Übergriffe von See her ab, wenngleich sie nach wie vor eine latente Bedrohung darstellten und erst im 19. Jahrhundert ganz verschwanden.
Gleichzeitig aber rückte – nach der Entdeckung Amerikas und der Verlagerung strategischer und wirtschaftlicher Hauptinteressen vom Mittelmeerraum auf den Atlantik und die neuen Kolonien im Westen – Mallorca an den Rand des weltpolitischen Geschehens. Zwar entstand im Zusammenhang mit den spanischen Erbfolgekriegen (1701-13) noch einmal Unruhe, da Aragon und Katalonien nach dem Tod des letzten spanischen Habsburgers auf die österreichische Linie des Hauses setzten und der neue Regent Spaniens, der Bourbone Philipp V., (auf Mallorca) die Oberhand behielt, aber danach ergaben sich keine einschneidenden Veränderungen mehr. Ganz im Gegensatz zur Nachbarinsel Menorca, das weitere 100 Jahre mehrfach den (englischen und französischen) Besitzer wechselte und erst 1802 endgültig Spanien zugeschlagen wurde.
Trotzdem kam es auf Mallorca nicht wieder zur früher erlebten wirtschaftlichen Blüte. Epidemien, innenpolitische Auseinandersetzungen, Landflucht und andere Gründe verhinderten eine kontinuierliche wirtschaftliche Entwicklung.
Mallorcas Segelschiffe waren jedoch nach wie vor auf den Weltmeeren zu finden, ab 1833 sogar im regelmäßigen Linienverkehr Barcelona–Palma.
Mit dem Aufkommen der Dampfschiffahr verlor Mallorca indessen die einstige maritime Domäne völlig.
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20. Jahrhundert
Nach wechselvollen Jahren und einer schädlingsbedingten Vernichtung fast des gesamten Bestandes an Weinreben gelang der mallorquinischen Landwirtschaft Ende des 19. Jahrhunderts eine devisenbringende Umstellung auf Mandelbaumpflanzungen und Intensivierung der Obst- und Olivenernten.
Mit der wirtschaftlichen Erholung einhergehend begann langsam der Tourismus, zunächst überwiegend vom eigenen Festland und aus Großbritannien, aber in den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts in wachsendem Umfang auch aus anderen Ländern.
Nachdem der 1. Weltkrieg auf Mallorca kaum Spuren hinterlassen hatte, sieht man ab von den schönen Gewinnen, die dem Mallorquiner Juan March aus Geschäften mit allen kriegführenden Mächten zugeflossen waren, unterbrachen der spanische Bürgerkrieg und der nach dessen Ende bald beginnende 2. Weltkrieg vorübergehend die sich anbahnende Entwicklung der Insel. Mallorca war im Bürgerkrieg überwiegend pro Franco, dessen militärische Aktionen in großem Umfang von Juan March finanziert wurden. Kämpfe zwischen Republikanern und Faschisten flackerten nur relativ kurz auf, führten aber zu erheblichen Zerstörungen und Opfern. Die offene Sympathie Francos für die deutsch-italienische Allianz bei gleichzeitig offizieller Neutralität Spaniens ließ Mallorca im 2. Weltkrieg eine kleine Nebenrolle als geheimer Anlaufpunkt angeschlagener deutscher Schiffe und Flugzeuge spielen. Ansonsten blieb die Insel von kriegerischen Handlungen weitgehend unberührt.
Ein Kennzeichen der Franco Ära war die rigide Ausrichtung von Gesellschaft und Staat auf die Zentralgewalt in Madrid. Regionale Interessen und Bestrebungen wurden unterdrückt. Dazu gehörte auch das Verbot der vom Kastilischen (Castellano, der offiziellen Nationalsprache) abweichenden Regionalsprachen. Für Mallorca bedeutete dies die Eliminierung des Mallorquín, einer »Abart« des katalanischen Spanisch (Bereich um Barcelona), das 1229 mit der Eroberung durch Jaume I. auf die Insel gekommen war und sich danach separat weiterentwickelt hatte, aus dem öffentlichen Leben. Da der entscheidende Aufschwung des Tourismus in den letzten 15 Jahren der Franco-Periode erfolgte, wurde Mallorcas eigenständige Sprache und die darauf basierende Kultur von den zahlreichen Besuchern lange Zeit kaum wahrgenommen. Vielmehr erschienen die Balearen auch sprachlich als ein integraler Teil Spaniens.
Ein anderer Aspekt bezog sich auf die Voraussetzung für die Expansion des Tourismus: die Stabilität des faschistischtotalitären Regimes förderte die Investitionsbereitschaft ausländischen Kapitals in mallorquinische Renditeobjekte.
Aber auch nach dem Tode Francos 1975 und dem Übergang zu einer – nach Jahren der Sozialdemokratie seit Mai 1996 konservativ geführten – Demokratie unter der Verfassung der konstitutionellen Monarchie änderte sich nichts am einmal eingeschlagenen Weg einer expansionistischen Fremdenverkehrspolitik. Im Gegenteil: mit der politischen Konsolidierung der neuen, nunmehr föderalistisch geprägten Staatsform boomte in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts das touristisch orientierte Immobilien- und Baugewerbe auf Mallorca wie selten zuvor. Erst neuerdings beginnen von der Inselregierung erlassene Baustopps die Schaffung weiterer Urbanisationen und Bettenburgen zu bremsen.
Die Balearen erlangten 1983, wie davor bereits die meisten anderen Regionen Spaniens, einen Autonomiestatus vergleichbar dem deutscher Bundesländer. Die Regionalregierung besitzt seither Kompetenzen, über die eigene Verwaltungsorgane der Balearen seit 1349 (siehe Absatz Jaume III.) nicht mehr verfügten. Offenbar wird dieser Umstand unter anderem an der »Wiedergeburt« der insularen Kultur und Sprache. Das Mallorquín ist heute vor dem hochspanischen Castellano offiziell erste Sprache und hat z.B. in Amtsstuben das Spanische faktisch verdrängt. An den Schulen wird verstärkt Mallorquín bzw. Catalán unterrichtet.
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